SCOTT MATTHEW (AUS)

Wie Liebe klingt, wenn sie nicht da ist? Von ihr zu singen, ist immer schwer, denn die Liebe ist ja stets größer als jedes Wort, das sie beschreiben will, und auch größer als jeder Ton. Wer glücklich liebt, braucht keine Lieder – und schon gar keine zu schreiben. Die Liebe zu bejubeln, das geht eh eigentlich immer schief.
Scott Matthew kann vom Herbeisehnen und Verschwinden der Liebe singen wie kaum jemand sonst (er sang und singt auch von anderem Dingen im Leben, aber von nichts so sehr und so ergreifend wie von der Liebe, natürlich).
Er ist ein Musiker, der sich früh für die klangästhetische Beschränkung entschieden hat, für die Größe der minimalen Variation, nicht fürs Spektakelhafte. Auch seine Texte scheinen ihr Thema, seine Stimme schien ihren Ton immer schon gefunden zu haben, unverwechselbar: Es ist die Klage. Aber keine verbitterte, keine jammernd vorgetragene und niemals eine ausweglose. Immer war und ist da eine Wärme und eine unauslöschliche Sehnsucht; ein Protest gegen das, was manche für Schicksal halten; eine Gewissheit, dass wir alle, so allein wir auch sein mögen in unseren Existenzen, dieses Alleinsein gemeinsam erleben und durchleben. Die Aura des unbändig schönen, bittersüßen Schmerzes als enttäuschtem Glücksempfinden umflort alle seine Lieder. Und wenn nichts mehr zu helfen scheint, dann bleibt immer noch ein leiser Spott über die Lächerlichkeit allen Tuns, allen Denkens und Fühlens. Und. Diese. Anbetungswürdige. Stimme. Zum Niederknien. 
„Ein Lied“, sagt Scott, „repräsentiert einen Moment. Aber es ist nicht DER Moment, es ist nur ein Moment. Dann erreicht das Lied die Zuhörer, und es wird DER Moment daraus. Deshalb habe ich überhaupt einmal begonnen, Songs zu schreiben, ich dachte: Ich will Menschen zurückgeben, was sie mir gegeben haben – damit sie ihre Geschichten in einem Song wiedererkennen.“
Das werden wir, das steht fest. Scott, zum dritten Mal nach 2008 und 2012 bei uns im Garten, wird unsere Herzen erreichen, unsere Seelen streicheln, uns zum Weinen und zum Lächeln bringen.

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